Willkommen bei der Sattlerei-CMCP

Marie und Claus heißen alle Besucher herzlichst Willkommen!

Hier wollen wir versuchen, Reiter, Halter, Kunden und Freunden, unser Konzept und unsere Meinung vorzustellen. Zuerst wäre es vielleicht von Interesse zu wissen, was ein Sattler überhaupt macht. Unter dem Sammelnamen Sattler findet man heutzutage Fahrzeug- und Reitsportsattlerei samt Feintäschner. Wir sind eine sogenannte Reitsportsattlerei, welches bedeutet, dass wir alles was den Reitsport anbelangt, reparieren, restaurieren, renovieren und auch Neu herstellen. Der Reitsport ist unsere hauptsächliche Quelle der Aufträge, welches aber nicht bedeutet, dass wir nicht auch andere Werkstücke bearbeiten oder produzieren.

Was wir in den Jahren gelernt haben ist, dass viele nicht einmal wissen, was der Sattler eigentlich macht. Wenn uns jemand eine kaputte Trense oder Halfter zeigen und wir dann antworten, dass wir solche Sachen reparieren, kommt meistens die Frage „Macht ihr sowas?“. Natürlich machen wir sowas! Wir sind Sattler! Das ist unser Lebensunterhalt.

Der Begriff Sattler steht nicht dafür, dass der Handwerker sich ausschließlich um Sättel kümmert. Der Sattler ist ein Titel der sowohl die Autosattlerei wie auch die Reitsportsattlerei inkludiert. Ursprünglich war es der Sattler der im Mittelalter Sättel anfertigte und der Riemer kümmerte sich um das Zaumzeug, Gurte und Riemen. Damals befestigten Ritter unter anderem ihre Schilde mit Riemenhaltern am Arm. Die Zusammenarbeit zwischen Sattler, Riemenmacher und Schildmacher war zu dieser Zeit sehr eng. Mit dem Rückgang der Schilde übernahmen die Sattler auch das Berufsfeld des Riemers und Hamacher. Hamacher waren Sattler, die sich auf die Herstellung von Zuggeschirre spezialisiert hatten. Mit den Jahren wurden dann aber auch Täschner und Feintäschner nach und nach in die Zunft der Sattler integriert.

Die Industrialisierung hat mit der Zeit verursacht, dass die Nachfrage der verschiedenen Handwerke abnahm. Die sinkenden Preise machen, dass viele lieber neue Produkte kaufen, als dass sie die Alten reparieren lassen. Mit einer zunehmenden Herstellung und Angebote aus dem Ausland (China, Indien, Pakistan usw), werden nicht nur die Preise gesenkt, sondern ebenso die Qualität. Wer glaubt, dass ein Sattel für 1000:- € die gleiche Qualität aufweisen würde, wie ein Sattel für 2 oder 3000:- €, lebt in einer anderen Welt. Dasselbe gilt für Zaumzeug und Geschirre. Heutzutage muss eine Fabrik, mit der Herstellung von Sättel, Zaumzeug oder Geschirr keinen Sattlermeister oder Gesellen angestellt haben. Auf Grund dieser Entwicklung, ist der Reitsportsattler leider auch am aussterben.

Sattlermeister und Ausbilder, die die Ausbildung noch anbieten, sind an und für sich noch vorhanden, aber es fehlt an Interessenten, die das Handwerk erlernen möchten. Eine Ursache dafür, wie ich das sehe, ist dass viele sich nicht einmal bewusst darüber sind, was der Sattler eigentlich macht. Eine entscheidende Ursache dafür kann natürlich auch sein, dass viele der „Sattler“ die auf die Höfe und in die Ställe kommen, gar keine Sattler sind. Das gibt natürlich ein falsches Bild vom Sattler, aber das ist was die Reiter sehen. Wenn diese Reiter dann ein Praktikum in einer Sattlerei machen, erleben sie die wirkliche Welt des Sattlers und das stimmt nicht überein mit dem Bild vom Sattler am Pferd.

In unserem Betrieb gehen mindestens 80% unserer Werkstattzeit zum Reparieren von kaputten Sachen. Das können Zugstrenge, Trensen, Halfter oder Taschen sein. Aber auch Sättel, Hundeleinen und diverse andere Sachen aus Leder werden bei uns wieder repariert oder umgebaut. Nicht mehr als 15% unserer Zeit wird für neue Produkte genutzt. Die übrigen 5% gehen auf das Konto des Kaffeekonsums!